Berliner Dom-Freunde e.V.

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Echt Bach - Ausstellung des Bachhauses Eisenach

Wie bereits 2013 präsentiert das Bachhaus Eisenach auch in diesem Jahr eine Ausstellung im Berliner Dom. Unter der Überschrift „Echt Bach!" geht es vom 13. März bis 4. Mai um die Suche nach dem „wahren Bach": vor allem in der Bach-Ikonographie, aber auch in Biographik und Aufführungspraxis.

Wenn Christoph Hagel in diesem Jahr erneut Johann Sebastian Bachs Johannes-Passion im Berliner Dom als Tanztheater inszeniert, und dabei Parallelen zur Situation von Todeszellen-Insassen oder zur aktuellen Lage in Nahost zieht, wird wieder gefragt werden: Darf man das, Bachs Musik so zu emotionalisieren und politisieren? Wie schon 2013 hat der Dom das Bachhaus Eisenach eingeladen, die Hagelsche Inszenierung mit einer Kabinett-Ausstellung zu begleiten. Thematisierte das Bachhaus damals die Entstehung von Bachs Passionen zwischen lutherischer Tradition und italienischer Oper und ihre Wiederentdeckung im Geist der Romantik, so wird es diesmal um die Suche nach dem „wahren Bach" gehen.

Zu der Ausstellung gehört zunächst ein Bereich zur Bach-Biographik im Kaiserflur. Die protestantische Wiedergewinnung Bachs, der manchen gar als „fünfter Evangelist" gilt, wird ebenso thematisiert wie die Vereinnahmung Bachs in der DDR. In der Dom-Loge finden sich sechs Hörstationen. Neben Meilensteinen der Bach-Interpretation erklingen hier auch Werke, die lange fälschlich Bach zugeschrieben wurden.

Augenfällig wird die Suche nach dem „wahren Bach" im gleichfalls im Kaiserflur gezeigten Bereich zur Bach-Ikonographie: Denn für keines der etwa zwei Dutzend angeblichen Bach-Gemälde gibt es einen urkundlichen Echtheitsnachweis, etwa in Form einer lückenlos aufgeklärten Besitzkette bis in die Bach-Zeit. Selbst das berühmteste aller Bach-Bildnisse, das von Elias Gottlob Haußmann aus dem Jahr 1746, das heute im Alten Rathaus in Leipzig hängt, tauchte erst 1809 im Privatbesitz eines niedersächsischen Kantors auf. Wie dieser daran gelangte und wer es davor besaß, ist ungewiss. So wundert es nicht, dass nach der Ausgrabung der Gebeine im Jahr 1894 Bach die erste Person der Medizingeschichte wurde, deren Gesicht posthum anatomisch rekonstruiert wurde. Unterlagen zu dieser ersten Gesichtsrekonstruktion sind im Berliner Dom ebenso zu sehen wie solche zur zweiten forensischen Bach-Gesichtsrekonstruktion von 2008 und weitere Schätze aus der ikonographischen Sammlung des Bachhauses, der größten zu Bach weltweit.

Neues Domkirchenkollegium

wahlurne-600x735Mit dem neuen Kirchenjahr wird die Gemeinde auch ein neu zusammengesetztes Domkirchenkollegium haben.
Die Wahl am 20. Oktober 2013 brachte folgendes Ergebnis:

Zu Domkirchenräten (für sechs Jahre) wurden gewählt:
Dr. Volker Faigle (158 Stimmen)
Anette Detering (157 Stimmen)
Dr. Joachim Seybold (150 Stimmen)
Karl Robert Woelk (130 Stimmen)

Zu Ersatzältesten (für drei Jahre) wurden gewählt:
Andreas Lange (123 Stimmen)
Christina Schröter (110 Stimmen)
Dr. Friederike Mußgnug (92 Stimmen)

Von den 1195 Wahlberechtigten beteiligten sich 377 an der Wahl, das sind 31,5 Prozent.

Weiter dabei sind die Domkirchenräte Dr. Alexander Arnot, Dr. Ulrich Schulte am Hülse, Dr. Irmgard Schwaetzer und Lammert Rapke Wijma (2010 für sechs Jahre gewählt). Dompredigerin und Domprediger sind geborene Mitglieder des Domkirchenkollegiums.

Nach §4 der Dom-Ordnung von 2011 gehören dem Domkirchenkollegium auch vier Personen an, die von anderen Institutionen entsandt werden. Dies sind: Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein (für die EKBO), Oberkirchenrat Joachim Ochel (für die Union evangelischer Kirchen in der EKD) Ministerialrätin Birgit Laitenberger (auf Vorschlag der Bundesregierung) Dr. Dirk Kroegel (auf Vorschlag des Senats von Berlin).

Die Einführung der gewählten Domkirchenräte in ihr Amt wird im Gottesdienst am 1. Advent, dem 1. Dezember 2013, erfolgen.
Der Wahlvorstand

Das Domkirchenkollegium gratuliert allen Gewählten und erbittet Gottes Segen für die gemeinsame Arbeit. Allen, die sich zur Wahl gestellt haben, sei herzlich gedankt für Ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen! Die Fülle der Kandidaten mit ihren unterschiedlichen Vorstellungen und Kompetenzen hat gezeigt, welch einen Schatz die Domgemeinde in ihren Gemeindegliedern hat. Auch die, die dieses Mal nicht gewählt worden sind, werden gebraucht.
Irmgard Schwaetzer

Neues Buch über den Berliner Dom

BD-Buch webPassend zur Frankfurter Buchmesse erscheint Anfang Oktober ein neues Buch über den Berliner Dom im Deutschen Kunstverlag.

Das Werk stammt von Autor Lars Eisenlöffel, hat knapp hundert Seiten und kostet 9,80 Euro. Es entstand in enger Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des Berliner Domes.

Zum ersten Mal bietet der neue Kunstführer ein umfassendes Bild über die größte evangelische Kirche Deutschlands. Dabei geht es nicht nur um Historisches, sondern auch um die Bedeutung des Gebäudes heute. Mit leicht lesbaren Worten erklärt Autor Eisenlöffel zum Beispiel, was der Kaiser mit einer Kirche zu tun hat, wie die Baugeschichte des Hauses verlief, warum die Hohenzollerngruft zu den bedeutendsten in Europa gehört. Aber auch aktuellere Fragen wie Zerstörung, Wiederaufbau, DDR-Zeit und die Gemeindearbeit heute finden Platz. Das
Buch ist dadurch für Gemeindeglieder, Berliner und Touristen gleichermaßen interessant.

Besonders empfehlenswert ist der neue Kunstführer aber auch wegen der herrlichen Bilder von Dommitarbeiterin Maren Glockner und Fotograf Thomas Lüdecke. Zudem haben Domarchivar und Dombaubüro ihre Archive geöffnet und dem Verlag viele bislang unveröffentlichte Bilder zur Verfügung gestellt.

»Der Berliner Dom« in der Reihe »Große Kunstführer«
ISBN: 978-3-422-02360-4, 9,80 €
112 Seiten mit ca. 100 farbigen und schwarzweißen Abbildungen
Erscheinungstermin: Anfang Oktober.

Zuwachs für das Domarchiv

DomarchivIm Februar 2013 erhielt das Domarchiv unerwartet Zuwachs durch eine Übernahme von Bernd Erwin Hübner aus Berlin-Charlottenburg. Es handelt sich dabei um stolze 65 Verzeichnungseinheiten mit einem Umfang von 1,3 laufenden Metern, die aus dem Zeitraum Ende 17. Jh. bis Mitte 19. Jh. stammen. Die beiden ältesten Stücke sind Rechnungsunterlagen der Domalmosenkasse; die Eintragungen beginnen hier bereits 1693.

Wie kam es dazu? In den Wirren der unmittelbaren Nachkriegszeit gelangten diese Unterlagen in den Besitz von Arnim Eisenach. Der spätere Mitarbeiter der Staatsbibliothek bewahrte sie seitdem sorgfältig auf. Eine früher geplante Übergabe an den Dom kam nicht zustande. Erst, nachdem Bernd Erwin Hübner diese wertvollen Dokumente im Nachlass des mittlerweile verstorbenen Bücherfreunds entdeckte, übergab er sie dankenswerter Weise dem Domarchiv, wo sie den Bestand 'Domkirche Berlin (bis 1945)' in hervorragender Weise ergänzen.

Neben einer Serie von 35 Kalendern des 18. und 19. Jahrhunderts, in denen handschriftlich für jeden Gottesdienst im Dom die Namen der jeweiligen Prediger vermerkt sind, gehören dazu v.a. Rechnungsunterlagen, so z.B. das Verzeichnis der Domalmosenkasse von 1693/94 über außerordentliche Ausgaben von Almosen "die den armen Leuten, so wol einheimischen und frembden, alß auch Exulanten, Vertriebenen undt abgebrandten für der Sacrystey in der Dohmkirche gereichet werden".

Domgrundstück

Ach, wenn der Dom nur Herrn Chipperfield bezahlen könnte! Im Domkirchenkollegium zerbricht man sich den Kopf, was mit dem nördlich zum Dom gehörenden Grundstück getan werden soll. Wer in den Ostertagen den Dom besucht hat, konnte nur staunen über den Andrang der Touristen.
An solchen Tagen und während großer Veranstaltungen zeigt sich, dass der Dom vor über 100 Jahren nicht für sie oder Konzertbesucher gebaut wurde: Keine Rucksackaufbewahrung, keine Garderobe, zu wenige Toiletten. Ein seitlicher Zu- und Eingangsbau mit diesen Einrichtungen, der Kasse, dazu einem größeren Dom Shop – das wär's doch.
Die Gottesdienstbesucher natürlich gingen wie heute in die Kirche. Gerne würden die Dom-Freunde helfen, wenn wir schon mehr wären! Sind Sie interessiert? Dann klicken Sie doch bitte links auf 'Antrag'.

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